Mann im Hintergrund unscharf

Ergebnisse des Abfallwirtschaftsdialogs aw2020.at

776 Expertinnen und Experten aus Unternehmen, Verbänden, Gemeinden, NGO, Verwaltung, Behörden und Interessensvertretungen haben an der Online-Befragung von Juni bis September 2010 teil genommen.

Nun liegen die Ergebnisse vor: Die stoffliche Verwertung von getrennt gesammelten Altstoffen und Sperrmüll wird demnach von 56 Prozent als größte Chance für die Zukunft gesehen. Dahinter folgen mit 46 Prozent die Erzeugung von Biogas aus Abfällen und die thermische Nutzung von heizwertreichen Ersatzbrennstoffen (42 Prozent).

Insgesamt blickt die österreichische Abfallwirtschaft optimistisch in die Zukunft. 89 Prozent der Befragten sehen die wirtschaftlichen Perspektiven für die Unternehmen der Branche als „sehr gut“ oder „zufriedenstellend“ an. Allerdings betrachten 82 Prozent der Befragten die nötigen Investitionen und die Instandhaltung der Infrastruktur in Gemeinden und Abfallverbänden als große Herausforderung für die Zukunft. Und Österreich soll die Behandlung von Abfällen im Sinne einer nationalen Entsorgungsautarkie vollständig selbst in der Hand haben, das wünschen sich 69 Prozent aller Befragungsteilnehmer/innen. Nur 7 Prozent vertrauen hier auf die globalen Märkte.

Eine Steigerung bei der Qualität des Trenn- und Sammelverhaltens in der Bevölkerung wird von 65 Prozent der Befragten als Anliegen angegeben und dabei wurde wiederholt ein mehr an Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung verlangt. Was die Abfallvermeidung betrifft, so herrscht weitgehender Konsens darüber, dass hierfür vor allem die produzierende Wirtschaft ihren Beitrag leisten muss (56 Prozent). Die Befragungsteilnehmer/innen aus Produktion und Gewerbe stimmen dem sogar in noch höherem Ausmaß zu (60 bzw. 64 Prozent). Nur 22 Prozent der Befragten sehen hier die Konsument/innen in der Pflicht und nur 17 Prozent primär den Handel. Als Aufgabe der Abfallwirtschaft betrachten die Abfallvermeidung gar nur 3 Prozent. Ganze 93 Prozent der Befragten halten eine Entkoppelung der Abfallmengen vom Wirtschaftswachstum aber für wünschenswert und drei Viertel (also 75 Prozent) auch für möglich.

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